Stimmt. Sie laden sich dauernd zu Grillevents ein und kommen sich auch noch besonders abenteuerlustig vor, wenn sie ihre Fresserei bei Minusgraden an unwirtlichen Orten betreiben. Jeder schleppt verschiedenes technisches Gerät, wie GPSr, Kamera, Händi, Taschenlampe oder verschiedene Arten mobiler PCs mit sich herum und muss zur Vorbereitung dessen stundenlang vorm heimischen Computer herumgesessen haben. Da bleibt für Bewegung nicht viel Zeit, darauf lässt sich zur Not verzichten. Auf Essen schon weniger, also werden sie dick.
Stimmt nicht. Sie haben ein Hobby, das sie in frischer Luft in Bewegung hält. Sie verbrauchen viel Energie beim Laufen langer Strecken oder Fahrradfahren. Beim Suchen kommen unbemerkt etliche Kilometer hinzu und durch Bücken und Strecken werden diverse Muskelgruppen aktiviert. Klettern, Tauchen und Paddeln beziehen auch noch die restlichen Muskeln mit ein. Ihre Such- und Rätselleidenschaft lässt ihnen nicht viel Zeit zum übermäßigen Essen. Technik ist Mittel zum Zweck und hat sich ohnehin schon in der Gesellschaft als nicht mehr wegzudenkendes Hilfsmittel etabliert. Wer also Technik benutzt ist schon lange kein Freak mehr.
Wird man durch Cachen erst dick?
Wer zu viele Futterevents besucht, keinen Ausflug ohne Powerriegel übersteht und ausgedehnte PC-Vorbereitungs-Sitzungen mit viel Nebenbei-Kost abhält, hat vielleicht schlechte Karten.
Kann man durch Cachen dünn werden? Ist es gesundheitsfördernd?
Eine höhere Menge Gewicht stellt eine gewisse Last dar, für die Energie benötigt wird, um sie von Cache zu Cache zu bewegen. Wer Drive-ins auslässt und beispielsweise auch gern Wandermultis durchführt, könnte zusätzliche Energie verbrauchen. Bäume zu erklettern wird für Dicke zu einer ganz besonderen Herausforderung, möglicherweise auch zu einer Gefahr. Leider ist es den Gelenken nicht egal, wo, wie und womit lange Strecken gelaufen werden. Daher könnten beim Cachen sowohl einige Kilos abgebaut, als auch einige Gesundheitsprobleme verstärkt werden.
Werden Dicke beim Cachen benachteiligt?
Auch wenn ein großer Umfang hinderlich ist, wenn der Weg zum Beispiel durch schmale Durchlässe führt, so hat es ein kleiner Mensch mit kurzen Armen eben auch in bestimmten Fällen schwerer als andere. Hier bringt jeder ein, was er hat und ergänzt seine Ausrüstung um passende Hilfsmittel. Vermutlich kann nicht jeder Mensch jeden Cache heben.
Ist man ein besserer Mensch, wenn man dünn ist? (Oder Geocacher wird?)
So manches spricht dafür, dass es besser sein könnte die Natur darin zu überlisten Depots für schlechte Zeiten anzulegen. Wenn es hierfür ein Wundermittel geben würde, dann würde es vermutlich kaum dicke Menschen geben.
Einen Menschen allerdings nach seiner äußerlichen Erscheinung einzuschätzen und bei einer größeren Außenfläche davon auszugehen, dass es in Ordnung sei, ihn zu diskriminieren und mit beleidigenden Sprüchen zu verletzten, sollte in unserer Gesellschaft nicht vorkommen. Jeder Mensch ist in seiner individuellen Ausprägung einzigartig und wertvoll!
Wenn Geocaching dazu beiträgt, dass sich dicke Menschen aus ihrem stillen Kämmerlein trauen, sich an der frischen Luft bewegen und nicht zuletzt durch einen erfolgreichen Fund ihr Selbstbewusstsein bestärkt wird, dann ist das eine gute Sache.
Bilanz GAC2012
Und ich bin immer noch eine dicke Frau. Und ich bin immer noch Geocacherin.
Was hat sich geändert? Ich bin leichter. Ich bin sportlicher. Ich habe Dinge gemacht, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Besonders mit zwei Quartalsaufgaben habe ich mich selbst überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich 180 km an einem Tag radeln könnte und ich hätte nie geglaubt, dass ich es schaffen könnte einen Wherigo zu veröffentlichen.
Im Laufe des Jahres haben mich ungefähr 25 kg verlassen und am Ende sind etwa 5 kg zurückgekehrt – das Übliche eben. Damit habe ich mein Ziel übertroffen, leider auch die gesundheitlich empfohlene Abnahmegeschwindigkeit. Die schwierigste Aufgabe kommt erst noch: dafür zu sorgen, dass das Gewicht nicht mehr viel schwankt und nicht wieder viel mehr wird.
Außerdem habe ich das Deutsche Schwimmabzeichen in Gold in Angriff genommen und bis auf eine Aufgabe bereits alles altersgerecht absolviert. Ich halte eher, bei eventuell widrigen Umständen, lange durch, als kurz mal schnell zu sein. Daher konnte ich die 1000 m gut unterhalb der geforderten Zeit schaffen, aber leider nicht die 100 m. Nun arbeite ich mich durch Sprinttraining an die Erfüllung dieser Aufgabe heran.
Zu Schluss noch die Vorher-Nachher-Fotos. Vorher: Weihnachten 2011, ein Bild aus den Stunden, in denen ich mich zur Teilnahme an der GAC2012 entschloss. Nachher: mein heutiges Abschiedsfoto für Euch.
Allen vielen Dank für die außergewöhnlichen Erfahrungen in diesem Jahr!
Herzliche Grüße! Mama Muh

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